DER SOZIALE WERT VON GESCHICHTE - Die Umleitung der Lafnitz 1740 als interdisziplinäres Kunstprojekt in Burgau ab 8. Juli 2017

Im Jahre 1740 wurde auf Veranlassung des ungarischen Grafen Batthyany mittels einer "hydraulische List", der Grenzfluss Lafnitz in den damals parallel fließenden Lobenbach, (heute in der Nähe der Marktgemeinde Burgau) umgeleitet.

Mit dieser kanalen Landnahme wurden trickreich Grundstücke des Herzogtums Steiermark in Besitzungen des Königreichs Ungarn umgewandelt
.

Der Grazer Buchautor DI Dietmar Lautscham nennt dieses Vorgehen in seiner Recherche und Beschreibung zu Recht „Krieg ohne Waffen"* (Quelle: www.biolarge.at Archiv 2002), den es wurde auf diese paradoxe Weise ohne Blut zu vergießen, Land erobert!

Auch anderswo wurde, mittels Flutungen, Wasser als Waffe meist zur Verteidigung des Landes eingesetzt, wie jetzt der niederländische Geoarchäologe Adriaan de Kraker von der Freien Universität Amsterdam über einen Zeitraum von 500 Jahren für die Niederlanden, Holland und Belgien, dies nachweisen konnte.
Von solch „immaterieller" Kriegslist spricht auch schon der römische Feldherr und Senator Frontinus in seinem Buch Strategemata Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., worin er u. a. auch das Umleiten von Flüssen auflistet (s. Gerald Raunig: Nomadische Linien der Erfindungen 2008).

Leider wird dieser interessante Teil der Fluss- und Landesgeschichte bisher zu wenig dargestellt, da sich der Vorgang der Umleitung der Lafnitz für die Geschichtsdidaktische Vermittlung nicht eindeutig zwischen Faktentreue und Wissenschaftlichkeit einordnen lässt; obwohl heute zum Beispiel der römische Grenzverlauf an der Lafnitz [noch immer] auf der Grundlage einer höchst spekulative Rückprojektion aus dem hochmittelalterlichen Verhältnissen darstellt wird, [und deshalb strittig verläuft]! (Manfred Lehner, Graz 2012).

Dabei sind die Hintergründe dieser Umleitung, die als Naturereignis dargestellt und „getarnt" 1740 stattfand, es wert genauer erhellt zu werden.

Ein interdisziplinäres Kunstprojekt unter der Koordination von Günther Pedrotti. Mit DI Dietmar Lautscham, Mag. Franz Niegelhell, Mag. Ronald Pichler und Dr. Celine Wawruschka

              Zukunftsfonds der Republik Österreich

Zweitägige Wasserwanderung in einer hydraulischen Landschaft von BURGAU nach FÜRSTENFELD vom 8. - 9. Juli 2017

Zusammenfluss der Feistritz in die Lafnitz

Start am 8. Juli  - Brücke Riedlbach / Autal Weg in Burgau

An dem Grenzfluss Lafnitz zwischen Burgenland und Steiermark wurde eine vermutlich mittelalterliche „Hafenanlage" entdeckt die den Fluss als einen historischen Transportweg ausweist.

Die Naturfreunde der Ortsgruppe Fürstenfeld und die Wasser Biennale YAHOOS-GARDEN werden auf den Wasserweg der Lafnitz und Feistritz in einem interdisziplinären Kunstprojekt von der Ortschaft Burgau nach Fürstenfeld fahren.

LINK: Flussradar

Dabei soll die Erfahrung gemacht werden, was es heute in unserer (über-)beschleunigten Wahrnehmung von Landschaft bedeuten kann, einen nahen Ort über zwei Flusssysteme, in einem zweitägigen Umweg mit Booten, erreichen zu wollen.

Die Reise erkundet eine Wasser-Landschaft auf einer Fluss-Linie die schon römische Verwaltungsgrenze war und im Jahre 1740 als Grenze-Fluss für eine unblutige Landnahme von einem ungarischen Adeligen umgeleitet wurde.
Oftmals verschiebt sich gerade bei Flussreisen unsere Zeitwahrnehmung und wir treffen beim Zusammenfluss von Lafnitz und Feistritz auf das Phänomen, dass selbst Wissenschaftler, wegen der Geschiebeverschleppung, die exakte Vereinigung nicht benennen können.


Die zwei tägige Wasserwanderung startet am 8. Juli in der Gemeinde Burgau, wo wir über einen Werkskanal in die Lafnitz einfahren um danach in das Flusssystem der Feistritz zu gelangen.
Von da an fahren wir auf beruhigtem Wasser der Stadt Fürstenfeld entgegen wo wir beim Bootshaus der Naturfreunde Fürstenfeld empfangen werden.

Es besteht die Möglichkeit am 8. Juli mit eigenem Boot sich der Gruppe eigenverantwortlich anzuschließen. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass sich nur erfahrene Wasserwanderer melden sollten, da der Fluss Lafnitz kein Freizeitgewässer ist.

Bei Interesse finden Sie in Kürze Informationen unter http://fuerstenfeld.naturfreunde.at und www.wasser-biennale.org . Kontakt: Grega Krevs: gregakrevs@naturbursch.at oder 0699 16075281

Lageplan Start in Burgau ..

  Logo Naturfreunde Ortsgruppe Fürstenfeld       Wappen Burgau

Aufführung der Komposition ETERNA IVa von Jaime WOLFSON in Fürstenfeld im Salesgraben am 4. Juli 2017 um 19:30

Im Salesgraben - YAHOOS-GARDEN

„Mir gibt es sehr schnell einen Begriff von jeder Gegend, wenn ich bei dem kleinsten Wasser forsche, wohin es läuft [...] [1] schrieb Johann W. Goethe in seiner Italienischen Reise. Die Wasser Biennale forscht nach einer Idealen Form - nach einem Original unter der aktuellen Landschaft und fand in YAHOOS-GARDEN den ideale Ort mit einer NASSEN Welt.

Der SALESGRABEN - YAHOOS-GARDEN ist eine jener typischen Teillandschaften[2] die besonders um Fürstenfeld die Landschaft prägen. Da diese Ausformungen schwer charakterisierbar sind und sich durch ständige Veränderung durch Wasser einer Vermessung und somit einer gültigen Darstellung entziehen, ist er heute ein Ort des Antidigitalen, wo sich Bachläufe noch in ihren Fassungen als Kanäle in Tümpel und Pfützen verschließen können.

Das Klangprojekt „ETERNA IV a - Beleuchtung des Wasserklanges" des in Mexico geborenen Komponisten Jaime Wolfson entwickelt aus 39 prädominanten Frequenzen, gefiltert und analysiert aus der akustischen Kulisse des Salesgrabens eine Klangstudie, die von Mitgliedern der Musikschule Fürstenfeld im Salesgraben uraufgeführt wird.

„Dabei wandert der Klang des Salesgrabens etwas außerhalb, wo er manipulierbar wird ..." (Wolfson); das Wasser im Graben verwandelt sich in einen Trockenfluss und legt die Unterseite seiner Oberfläche offen ...!

Die Unterseite der Oberfläche!

Die von Wolfson gefilterten 39 Frequenzen als Zahlenreihen treffen mit Zahlenreihen der grafischen Führungsrinnen zusammen, die zur hydraulischen Berechnungen für die Umsetzung der Kunstprojekte im Salesgraben bis 2010 entwickelt wurden.
Jaime Wolfson - Frequenz 26 Akustikraum Salesgraben

Für den künstlerischen Genuss formten sich diese Zeichnungen um in sogenannte „Liliputkataster": Dabei werden drei auf Millimeterpapier übertragene Zahlenstränge eines linken, rechten und mittigen Bachlängsprofils des Salesgrabens dargestellt.

LILIPUTKATASTER


Die Verwandlung des Salesgrabens beschreibt zugleich alle sich selbst verschließenden Wasser in Teichen, Tümpeln oder Bächen als Orte wo die antriebslose Tiefe an der Unterseite der Oberfläche beginnend bis zum Grund eines Meeresbodens als landschaftliches Symbol für Depressionen [3] hinunter reicht.
Schon Monets „Seerosen" deuten den Teich als einen Orte unablässiger Verschiebungen zwischen dem Gesetz der Erde und dem Recht des Meeres - die souveräne Offenheit des Ozeans gegen die ungreifbare Verschließung der Bäche und Teiche in sich selbst[4].

1 Goethe, Johann W.: Italienische Reise. Insel Verlag 1976, Bd. I , S. 13f
2 „Zu den ersten Landschaften, die von den Geomorphologen beschrieben worden sind, wie sie sich an Ort und Stelle, für jedermann sichtbar repräsentieren, gehören die Erosionsabhänge: [...] Die wissenschaftliche Bedeutung der dynamischen Geomorphologie beruht darin, daß sie eben diesen Landschaftstyp [...] zum ersten Mal analysiert und erforscht hat." , Lacoste, Yves: Geographie und politisches Handeln. Verlag Wagenbach 1990, S. 90.
3 Schenkel, E.: Alles fließt, Verlag Peter Lang 2008, S. 188
4 Zacharopoulos, Denys: Katalog documenta IX, Kassel 1992

Christoph WEBER >Untitled (Schotterkahn), 2017 Re-enactment historischer Schottergewinnung, Betonskulptur< ab 10. Juni 2017

Der Hintergrund für Untitled (Schotterkahn), 2017, Reenactment historischer Schottergewinnung, Betonskulptur liegt in der alten nebenerwerbsmäßigen Schotter- und Sandgewinnung und -flößerei aus der Feistritz. Wachgerufen hatte diese längst vergessene Tätigkeit das Fotoarchiv des Altenmarkters Franz Rabl. Dessen mediale Dokumentation konnte wieder Verbindung zur Vergangenheit herstellen und deren Bedeutung für die Gegenwart erkannt werden. Flache, eigens für den Materialtransport entwickelte Boote in Kahn-Form wurden bis zum Rand mit Sedimenten gefüllt, die Feistritz als Transportweg genutzt.

Die Recherche dieser vergessenen Tradition und jene zu einem in der Technikgeschichte grundlegenden Verfahren, der Trennung und Siebung von Materialien, auf denen die heute existierenden Betonwerke vor Ort basieren, ist für Christoph Webers Arbeit ebenso markant wie sein Nachvollziehen der Entstehung von Beton durch Zerkleinerung und Mahlung, was einen Rückblick auf die alte Mühlen-Technologie der Region in ihrer Verbindung zu Wasser impliziert und gewährt.

Den Abbauprozess nachvollziehend beinhaltet das künstlerische Konzept eine Kooperation mit den regionalen Betonwerken und dem bfi (Berufsförderungsinstitut) Fürstenfeld unter Einbindung Jugendlicher im zweiten Bildungsweg als Arbeitsprozess für die Holzwerkstatt. In dieser Werkstatt wird, alten Fotos getreu, aus Drei-Schichten-Fichtenholz ein 5 m langes, 2 m breites und 60 cm tiefes Transportboot nachgebaut, einzige Abwandlung ist ein sanfter Kiel.

Die Verbindung von konzeptueller und handwerklicher Arbeit, für Weber essenziell, beginnt hier in seiner Mitarbeit. Mit Staken fährt er auf dem Wassertransportweg mit Jugendlichen aus Fürstenfeld flussaufwärts, schöpft Sand und Schotter mit originären Gerätschaften und Schaufeln. Mittels der Sieblinie, einem Turm aus Sieben, wird das Material der Kornzusammensetzung entsprechend getrennt. Nach Durchsicht der Regelsieblinien wird entschieden, wie viele Zusätze notwendig sind. Material für Beton mit höchster Gussqualität wird beigefügt. Neben der Aufbereitung der Mischung sind auch die Berücksichtigung von Arbeitsbedingungen und Überlegungen zum Produktionsprozess Teil der Arbeit: Genehmigungen für die Materialentnahme aus dem Fluss sind nicht erforderlich, solange händisch gearbeitet wird. Mehr als 800 l Wasser und drei Tonnen Schotter wurden für die Realisierung der Skulptur mit Kübeln entnommen und analysiert.

Schließlich wird das Transportmittel Boot zur Schalung. In die konische Kahn-Form wird der selbstgemischte Beton gegossen, die Skulptur in einer „Pfanne" „gebacken". Um ein Verschmelzen von Holz und Beton zu verhindern, wird das Boot mit Polyurethanlack behandelt, sodass Verklebungen ausgeschlossen sind und das Endprodukt, ähnlich einem Kuchen, ideal „gestürzt" werden kann. Dabei wird eine weitere Materialtautologie evident, denn Bootslacke sind auch der ideale Anstrich für Betonschalungen. Damit „ergibt sich alles wie von selbst, es ist alles schon da." (Elisabeth Fiedler)

Am 6. Juni beginnen die Vorbereitung zum Ausgießen des Bootes ! Am 10 Juni wird mit Unterstützung der Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeld die Betonskulptur ausgeschalt und umgedreht am Ufer der Feistritz „abgelegt".


Text von Elisabeth FIEDLER

Aufstellungsort der Betonskulptur
Feistritz bei Freibadparkplatz Einfahrt McDonalds
od. Zugang Holzbrücke Freibad / Anfahrtsplan

 

Kies- und Sandflösserei auf der Feistritz - Foto Rabl

Archiv: Franz Rabl

mit besonderer Unterstützung von             Transportbeton Wopfinger


und Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeld

Blue Vintage Projekt - offenes Wasser in der Stadt / Frühjahr 2017

Die Wasser Biennale sucht Bilddokumente zum Thema "freies Wasser in der Stadt Fürstenfeld"!

Ertrunken an Land - Regen als Strafe

Ertrunken an Land - Juliana Genser in Jobst 1907

Feldkreuz zum Andenken an J. Genser © Wasser Biennale

Juliana Genser, eine „Dirn" (Magd) starb in einer winzigen Wasserpfütze, die mitten auf der Wiese nach einem Regenguss stand, nach einem epileptischen Anfall, bei dem sie in der Pfütze mit dem Mund nach unten zu liegen kam.
(Jobst, Pfarre Bad Blumau, Steiermark)
Quelle: www.Sagen.at/Franz Rabl

Das nacherzählte Geschehen verleiht den bildhaften Ereignisketten Züge einer überhöhten Dramaturgie: In einer Landschaft ohne Gewässer füllt sich auf einer Fläche ohne Gräben eine flache Vertiefung in einer Wiese mit Wasser das nicht heranflutet - es kommt von OBEN in Form von Regen; kommt wie eine Strafe über das Land und über eine Magd - „[weil] für die Alten galt [...], wie Geburt und Tod kommt Wetter von Gott allein" (Slotderdijk-Alphabet S. 263). Sie fällt dort in eine Pfütze und ertrinkt, denn nur an Land kann Regen Unheil anrichten.
Die Natur steht ohne Bewegung still. Kein mit flutendem Wasser gefüllter Kanal, der womöglich mit seiner äußeren Bewegung eine Erklärung für das Geschehene abgeben kann!

Ertrinken in der Stadt / Wasser in der Stadt

Als Kind beinahe ertrunken im Graben - 1925

„Von diesem kleinen Steg über den Graben [Schießstattg. 18] bin ich als Kleinkind in den Hochwasser [Regenwasser] führenden Graben gefallen und von der Frau Isaditsch (Hebamme) gerade noch herausgezogen worden". (Anm.:. Sturma, Notiz auf Rückseite Fotografie 1925)

Offene Gewässer waren bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts typisch für die Wohnviertel im Westen der Stadt Fürstenfeld. Viele Straßen entwickelten sich entlang dieser Entwässerungslinien, die die Hügel im Westen in Richtung Feistritz-Fluss entwässerten. Sie führten dann bei starken Regenfällen oftmals Hochwasser. Zwei typische Straßenführungen mit begleitenden Wassergräben waren und sind bis heute die Wallstraße, Übersbachgasse und die Schießstattgasse.

Josef HUBER / Johann SCHMIED - Eine nautische Scharlatanerie - eine hydraulische Inszenierung in Söchau am 15. Oktober 2016

Linien werden schnell zu Territorien mit eingeschlossenen inneren und äußeren Grenzen. Wehe, wenn diese Ideen zwischen Linien und Figuren nicht zur Ruhe kommen (Jonathan Swift).

Die Wasser Biennale betreibt auf Linien, wie aufgestauten Bächen und Entwässerungsgräben, kanale Landnahmen mit hydraulischen Schifffahrten, und überzeichnet so die Landschaft mit einem beruhigten Wasserwegenetz.

Johann SCHMIED, bekannt als Ahoi befuhr regelmäßig die Fluss-Linie der Rittschein mit aus einem Möbelkasten selbst gebautem Boot. Von Söchau aus begann er regelmäßig nautische Reisen in ein unerreichbares Meer. Oftmals fanden sich Schaulustige und Fotografen ein, die ihm als heimliche Mitfahrer vom Ufer aus nachfolgten.

Seine Fluss-Reisen gehören zu den Erzählungen der Oststeirischen Landschaft und es ist dem fotobegeisterten Söchauer Josef HUBER zu verdanken, dass heute auch Bilder davon erzählen.

Die 5. Wasser Biennale wiederholt in Kooperation mit der Gemeinde Söchau die Reisen des Herrn Schmied durch die Umwandlung des Dorfbaches in einen mit Booten befahrbaren Kanal - um sie heute auch als eine gelungene ästhetische Selbstbehauptung anzuerkennen.

Ahoi auf der Rittschein - Foto Josef Huber
Foto: Huber

Langtext: PDF Von Fluessen und Kanaelen ...

Das Kunstprojekt weist darüber hinaus auf eine historische Entwicklung, aus einem Denken im Wasser - begonnen im Jahre 1786 - hin. Damals veröffentlichte ein Belgier Namens Le-Maire einen Plan für eine Wasserstraße von Wien nach Triest. Gebaut wurde sie von anderen als Wiener Neustädter Kanal; um alsbald durch die Eisenbahn ersetzt zu werden.

Obwohl der Kanal nicht wie geplant an das Meer bei Triest - vorbei an der steirisch-ungarischen Grenze weiter gebaut wurde, zeichnet die heutige Oststeirische Aspang-Bahn-Strecke, die parallel zum geplanten Kanal verläuft, diese visionäre Linie nach.

Le-Maire, der mit seiner hydraulischen Vision einen Verkehrsweg bis in unsere Region vordachte, wurde als hydraulischer Scharlatan aus Wien vertrieben.

Mit Herrn Schmieds Reisen und den heute gesicherten Spuren zur historischen Schifffahrt auf dem wichtigsten Grenzfluss der Oststeiermark, löst sich die innerste Linie einer nautischen Scharlatanerie ein: Von hier - und vom Wasser getragen - in das Meer zu gelangen.

© Text: Günther PEDROTTI

Lucia DELLEFANT - "fairdrop" partizipatorische Aktion im öffentlichen Raum vom 24.-28. August 2016

Dellefant - 12 Bienal de La Habana, Cuba

Die in München lebende Künstlerin Lucia DELLEFANT führt uns in jene Welt ein, wo sich Regen- und
Quellwasser durch den Herstellungsprozess von Textilien weltweit in virtuelles Wasser umwandelt.

Wie konkret sich die Problematik des virtuellen Wassers in derOststeiermark auch hier spiegelt zeigt die Geschichte der Region, wo im 19.Jahrhundert die wohl größte Baumwollspinnerei in der Monarchie
gegründet wurde und gerade heute in unmittelbarer Nähe davon eine riesige Gewächshausanlage nach
Wasser zu dursten beginnt.

Dellefants partizipatorische Aktionen im Stadt- und Wohngebiet in Fürstenfeld erweitern sich bewusst
hinaus in ein Einkaufszentrum, dass als neuer Stadtteil noch nicht seine Balance zwischen verbauter
Landschaft und neuer virtueller STADTMITTE gefunden hat! Diese Räume versucht die Künstlerin mit
ihrem WasserWissen zu besetzen um die dort angesprochenen Menschen als „Informationsträger" zu gewinnen. © GP

 

Christian EISENBERGER -Tropfbrunnen in den hängenden Gärten von Fürstenfeld - Eröffnung am 26. Juni 2016




©Wasser Biennale


In der Installation von Chr. Eisenberger markiert gesammeltes Regen-Wasser die zwei Grenzen unserer menschlichen Existenz: zu viel oder zu wenig (W. Pauser). Wo auch immer andere den aus dem HIMMEL fallenden REGEN manipulieren oder Stabilität in Wetterberichten finden wollen - definiert REGEN-Wasser dennoch innerhalb einer planetarischen Physik unsere menschlichen Grenzen zwischen der Möglichkeit zu ertrinken oder zu verdursten. © GP

Günther PEDROTTI - Die waagerechte Lage der Dinge!? - Eröffnung am 26. Juni 2016

Zeichnung zur Installation "Die waagerechte Lage ..."

Mit der Eigenschaft des Wassers, im Prinzip der verbunden Gefäße ein ausbalanciertes Gleichgewicht herzustellen, wird in der Installation von G. PEDROTTI ein neues Bezugs-System in die Wahrnehmung der Stadt-Landschaft eingefügt.
Die Betrachtung dieser absolut waagerechten Raum-Linie erweckt vor dem ausmessenden Auge die Frage, ob die Idee des Gleichgewichts unbewusst im menschlichen Geist verankert ist oder ob sie einer Struktur entspricht, die in der Wirklichkeit vorkommt; um vermeintliche Stabilität im Leben zu erzeugen! © GP